Adoptivkinder aus Queretaro/ Mexico haben Hennef besucht
02. September 2009 Zurück zur Artikelübersicht »
20 Eltern und 14 Adoptivkinder trafen sich am Wochenende in der Sportschule Hennef. Sie alle hatten eine Verbindung zur DFB-Stiftung Egidius Braun: Alle Kinder (fünf bis 19 Jahre) stammten aus der Casa de Cuna in Queretaro, der Keimzelle der Stiftung. Das Waisenhaus wird seit dem Aufenthalt der deutschen Nationalmannschaft während der WM 1986 in Mexiko unterstützt.

Insgesamt wurden in Deutschland und der Schweiz bislang 24 Kinder aus Queretaro adoptiert. Vor Ort helfen stehen dabei vor allem Margot und Christoph Bauer mit Rat und Tat zur Verfügung; das deutsche Ehepaar repräsentiert dort die Stiftung.

Die Initiatoren es Treffens, Birgit Tafel, Klaus Mattar sowie ihre drei Adoptivkinder Karla, Lupita und Esmeralda dankten Egidius Braun inzwischen in einer E-Mail: „Es war erstaunlich, wie gut und wie schnell sich die Kinder verschiedener Altersgruppen verstanden haben und auch die Eltern sind eine sehr homogene sympathische Gruppe. Die Tatsache, dass alle, auch viele Kinder haben es gesagt, sich wieder treffen wollen spricht für den Erfolg des Treffens und dessen Rahmen.“Das nächste gemeinsame Wochenende ist in zwei Jahren vorgesehen.

Neben einem Unterhaltungsprogramm kam es vor allem auch zu Diskussionsrunden über gemeinsame Probleme. Da ging es beispielsweise um die Frage, ob die männlichen Jugendlichen sowohl in Deutschland als auch in Mexiko zum Militärdienst eingezogen werden könnten. Und auch die Frage des Doppelten Passes ist nicht eindeutig geklärt.

Interessant war der übereinstimmende Bericht der Eltern, dass die Kinder ihre Muttersprache verdrängen wollen und sehr schnell deutsch lernen. Hingegen stellen sie mit zunehmendem Alter immer häufiger die Frage nach ihrer Herkunft. Sind sie Vollwaise oder Sozialwaise, also hat ihre Mutter sie zur Adoption freigegeben, weil sie sie nicht ernähren und erziehen konnte?

Egidius Braun jedenfalls war über das Zustandekommen des Treffens gerührt. Er merkte an: „Ich bin glücklich, dass die Kinder jetzt ein Leben haben, zu dem sie in ihrem Land keine Chance gehabt hätten.“