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06. August 2010 Zurück zur Artikelübersicht »

Matthew Skelhon war bedient. Gerade hatte ihm seine deutsche Gegnerin im WM-Stechen den Titel weggeschnappt, und dann schoss Manuela Schmermund auch nach dem Wettbewerb verbal mit scharfer Munition: „Mach dir nichts draus, Matthew, das war genauso wie beim Fußball“, rief sie Skelhon zu.

Engländer haben es nicht leicht in diesem Sommer. Beim Fußball wie beim Sportschießen der Behinderten. Dafür sorgte DFB-Mitarbeiterin Schmermund, die am vergangenen Samstag in Zagreb bei den Weltmeisterschaften der Sportschützen des International Paralympics Committee die Goldmedaille gewann.

Goldmedaille bei der zweiten Scheibe

Für die querschnittsgelähmte Paralympicssiegerin und mehrfache Europameisterin war es die erste Medaille bei einer WM. In der Luftgewehr-Disziplin „Falling Target“ hatte sie die letzten zehn Scheiben voll getroffen und dadurch unter den 32 Bestplatzierten der Weltrangliste gemeinsam mit dem Engländer Skelhorn das Stechen erreicht.
„Dafür muss man die Scheibe exakt in der Mitte treffen“, beschreibt Schmermund die Anforderungen: „Auf zehn Meter visieren wir ungefähr den Punkt an, den man mit einem Aufdruck eines Kugelschreibers macht. Im Stechen geht es Scheibe um Scheibe. Matthew ist ein sehr schneller Schütze, aber bei der ersten Scheibe im Stechen schoss er noch etwas schneller, weil er mich unter Druck setzen wollte. Doch ich traf auch.“
Mit der zweiten Scheibe schoss sich die 37-Jährige dann zu ihrem ersten WM-Titel. Und das in einem erlesenen Feld: In Zagreb starteten insgesamt 240 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 43 Nationen.

Zwanziger und Niersbach gratulieren

DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger und Generalsekretär Wolfgang Niersbach richteten der frischgebackenen Weltmeisterin in einem Schreiben herzliche Glückwünsche aus: „Wir gratulieren dir mit besonderer Freude zu dem großartigen Ergebnis. Wir sind sehr angetan von deinem Engagement, mit dem du deine sportlichen Spitzenleistungen und deine berufliche Tätigkeit beim DFB in Einklang bringst. Und wir und stolz darauf, dich zu unseren Mitstreiterinnen zählen zu dürfen.“
Auch die Sportschützin ist dankbar: „Die Unterstützung durch den Deutschen Fußball-Bund ist großartig. Ich werde für mein Training freigestellt, ohne das ich sicher nicht auf diesem Niveau Sport treiben könnte“, sagt Manuela Schmermund, die etwa 15 Stunden in einer normalen Woche und 25 Stunden vor einem Wettbewerb trainiert.
Mindestens bis zu den Paralympics 2012 in London möchte sie weitermachen: „Man muss auch konditionell fit sein, dazu druckresistent.“ Am letzten Wettkampftag in Zagreb ist ihr das glänzend gelungen. Goldglänzend.

Quelle: www.dfb.de