Horst R. Schmidt: „Es wurden große Fortschritte gemacht“
18. Juli 2012 Zurück zur Artikelübersicht »
Knapp zwei Wochen liegt die Fußball-Europameisterschaft nun zurück. Während des Turniers kam es in Polen und der Ukraine zu Begegnungen von DFB-Vertretern mit Menschen aus den lokalen Projekten der DFB-Stiftung Egidius Braun. In Charkow in der Ukraine besuchte eine DFB-Delegation in das Kinderkrankenhaus Nr. 16. Angeführt wurde die Delegation von DFB-Schatzmeister Horst R. Schmidt, DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock und Ehrenspielführer Uwe Seeler. Gemeinsam übergaben sie einen Scheck in Höhe von 10.000 Euro. Horst R Schmidt über seine Eindrücke vor Ort.

Herr Schmidt, die DFB-Stiftung Egidius engagiert sich seit langen Jahren in Osteuropa und der Ukraine. Wann waren Sie zum ersten Mal vor Ort?

Im Jahr 2001. Damals bestritt unsere Nationalmannschaft gegen die Ukraine Entscheidungsspiele um die Teilnahme an der Weltmeisterschaft 2002 in Japan und Südkorea. Während unserer Auswärtspartie besuchte ich vor Ort zum ersten Mal ein durch uns unterstütztes Krankenhaus in Kiew. In der Folgezeit war ich noch einige Male gemeinsam mit Egidius Braun vor Ort, da wir ja unter anderem auch ein Beratungs- und Unterstützungsangebot für den ukrainischen Fußballverband angeboten und umgesetzt haben.

Mit welchen Eindrücken sind Sie diesmal zurück nach Deutschland gekommen? 

Mein Eindruck ist, dass das Kinderkrankenhaus in Charkow große Fortschritte gemacht hat. Die verantwortlichen Ärzte wiesen darauf hin, dass sie mit der jährlichen Zuwendung unserer Stiftung viele neue Apparate anschaffen konnten, ein leistungsfähiges Labor besteht und sich auch ansonsten die Bedingungen für die jungen Patienten erheblich verbessert haben. Insgesamt macht die ganze Einrichtung einen freundlichen Eindruck und es zeigt sich, dass das gesamte Personal dort ausgesprochen engagiert seinen Aufgaben nachkommt.

Vor Ort sind Sie auf weitere Unterstützer aus Deutschland getroffen. Wer ist in Charkow noch engagiert?

Dem Anschein nach werden Kinderkrankenhäuser in der Ukraine auch von anderen Fördern und Mäzenen unterstützt. Wir hatten zu unserer Überraschung in der Kinderklinik eine kleine Delegation der Stadt Nürnberg getroffen und von den Vertretern gehört, dass sie sich mit ihren Kliniken ebenfalls seit langen Jahren in der Ukraine und in Charkow engagieren. Es steht außer Frage, dass das Land jede Hilfe gut gebrauchen kann und vieles noch getan werden muss, um nur annährend westlichen Standards näher zu kommen.

Sie sind sicher auch diesmal nicht mit leeren Händen gekommen. Wie waren die Reaktionen der Kinder und Verantwortlichen?

Wie immer waren die von uns mitgebrachten Souvenirs der deutschen Nationalmannschaft bei den Kindern und Betreuern höchst willkommen. Alle hatten natürlich vor Augen, dass die Europameisterschaft in ihrem Lande stattfindet und waren stolz darauf. Unser Spendenscheck in Höhe von 10.000 Euro wurde ebenfalls sehr gerne entgegen genommen.

Wie schätzen Sie das Engagement der Stiftung für Osteuropa ein?

Die Hilfestellungen der Braun-Stiftung für Osteuropa sind von einem enormen Stellenwert. Selbst wenn man ja nur exemplarisch helfen kann, so ist diese Seite des DFB und seiner Stiftung bekannt und wird von allen Verantwortlichen außerordentlich geschätzt. Meines Erachtens sollten wir immer wieder prüfen, ob wir nicht noch mehr tun können. Gerade diese Region verdient eine tatkräftige Unterstützung und muss von uns mit allen Kräften weiter gefördert werden.

Vor Ort wird das DFB-Engagement sehr stark mit einem Berliner in Verbindung gebracht. Warum?

Der Name des DFB-Ehrenmitglieds Otto Höhne, dem früheren Präsidenten des Berliner Fußball-Verbandes, ist selbstverständlich sehr gut bekannt und man spürt, welche Wertschätzung er bei den Verantwortlichen genießt. Hilfe mit der Möglichkeit, sie auch mit den Namen von wichtigen Personen zu verbinden, scheint mir besonders effektiv zu sein. Es ist nun mal ein Grundsatz, dass sich Menschen nicht nur an Sachentscheidungen, sondern eben auch an Personen erinnern, die sie mit der Aktion in Verbindung bringen können.