Integrationsarbeit im Zeichen der Pandemie
16. November 2020 Zurück zur Artikelübersicht »

Im Rahmen eines Netzwerktreffens versammelten sich vergangenen Donnerstag auf Einladung des Deutschen Olympischen Sportbundes, der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, der Deutschen Sportjugend sowie der DFB-Stiftung Egidius Braun zahlreiche Akteure aus dem Sport, um sich virtuell über Erfahrungen und Herausforderungen bei der Integrationsarbeit für Menschen mit Fluchterfahrung auszutauschen.

Zahlreiche Teilnehmer bei der virtuellen Veranstaltung.

Eigentlich sollte in diesem Jahr ein persönlicher Austausch der Vereins- und Verbandsvertreter stattfinden, die sich für die Integration von Menschen mit Fluchterfahrung engagieren. Eine Tagung in Berlin war angedacht. Eigentlich. Doch das Corona-Virus wirkte wieder einmal wie ein großer Radierer – wie auch bei Tausenden anderen Veranstaltungen.

So also musste man sich virtuell treffen. Am vergangenen Donnerstag hatten der Deutsche Olympische Sportbund, die Deutsche Kinder- und Jugend-Stiftung, die Deutsche Sportjugend und die DFB-Stiftung Egidius Braun zum gemeinsamen Austausch eingeladen. Die vier Organisationen verbindet, dass ihre Sportprojekte durch die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration gefördert werden. So kooperieren die Beauftragte und die DFB-Stiftung Egidius Braun seit März 2015 im Kontext der Initiativen „1:0“ und „2:0 für ein Willkommen“. Mehr als 3.760 Förderanträge mit einem Gesamtvolumen von weit mehr als zwei Millionen Euro wurden seitdem bewilligt.

Spannende Themen, erfolgreiche Vernetzung

So wurden seitens der DFB-Stiftung Egidius Braun Fußballvereine und -verbände eingeladen, die in der Vergangenheit bei ihrem Wirken unterstützt wurden und oftmals schon viele Jahre wertvolle Integrationsarbeit an der sogenannten Basis leisten.

„Den Kontakt unter denjenigen zu halten, die sich beispielgebend für die Integration von Menschen mit Fluchterfahrung einsetzen, ist in diesen für uns alle so besonderen Tagen noch wichtiger geworden“, sagt Tobias Wrzesinski. „Wissen weiterzugeben und Erfahrungen auszutauschen hilft uns allen dabei, trotz der schwierigen Bedingungen weiterhin der wichtigen Arbeit für die neu in den Sportvereinen angekommenen Menschen nachkommen zu können“, so der Geschäftsführer der DFB-Stiftung Egidius Braun.

Nach einer Vorstellungsrunde und einem Grußwort von Marius Dietrich aus dem Arbeitsstab der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration hatten die Teilnehmenden in Kleingruppen Gelegenheit, selbst thematische Impulse zu geben und sich im direkten Austausch kennenzulernen. Besonders wichtig dabei: den Wissenstransfer zu initiieren, um durch diesen Austausch die einzelnen Integrationsmaßnahmen künftig noch besser umsetzen zu können.

Im Anschluss an ein erstes Kennenlernen ging es für die Teilnehmenden in Kompetenzgruppen. Dort konnten einzelne Themen über einen längeren Zeitraum diskutiert und besprochen werden. Am Ende wurden viele interessante Perspektiven dargelegt und individuelle Herausforderungen, aber auch kreative Lösungsansätze erarbeitet. Besonders inspirierend waren die gegenseitige Unterstützung und der starke Zusammenhalt unter den Teilnehmenden. So waren sich im Fazit alle einig: Es war ein intensiver und gelungener Austausch, auch wenn er zu schnell vorbei war.