Talente in Malente: Uwe Seeler besucht Fußball-Ferienfreizeit
21. Juli 2021 Zurück zur Artikelübersicht »

Gut schaute „Uns Uwe“ aus, als er sich am Dienstag mit 30 jungen Fußballern traf. Die natürlich jetzt nicht im aktiven Wissensschatz hatten, dass sie hier einer besuchte, der in seiner Zeit zu den weltweit besten Mittelstürmern gezählt hatte. Der erste Torschützenkönig der Bundesliga. Der zwischen 1959 und 1970 14 Mal! in der Kategorie „Weltklasse“ der Rangliste des deutschen Fußballs stand. Den Titel „Ehrenspielführer“ bekam er nach der aktiven Karriere verliehen und im kommenden Jahr wird Uwe Seeler 50 Jahre „Ehrenspielführer“ der Nationalmannschaft sein. Was sagen junge Menschen in so einem Fall: Legende.

Uwe Seeler an einem Tisch, er hält beide Hände hoch

Uwe Seeler berichtete den jungen Fußballern vom Fußball seiner Zeit.

Die knapp 100 Kilometer von Norderstedt, wo der 84-jährige bis heute mit seiner Frau Ilka lebt, bis in den nach ihm benannten Freizeitpark in Malente, hatte er gerne auf sich genommen. Der Spitzname „Uns Uwe“ entstand übrigens nach der Fernsehübertragung eines Pokalspiels gegen den englischen Klub FC Burnley. 1961 war das, und als der Reporter aus dem 4:1-Sieg des HSV folgerte, Seeler sei jetzt mehr als ein Hamburger Held, er gehöre nun ganz Deutschland, war „Uns Uwe“ geboren. Nur die Fans des FC St. Pauli beharren auf „Euch Uwe“.

DFB-Stiftung Egidius Braun veranstaltet Fußball-Ferienfreizeiten

Die jungen Fußballer von Vorwärts-Wacker 04 Hamburg (Hamburger Fußball-Verband), vom FC Hürth (Fußball-Verband Mittelrhein) und FC Fortuna Elten (Fußballverband Niederrhein) verbringen auf Einladung der DFB-Stiftung Egidius Braun eine einwöchige Fußball-Ferienfreizeit in Malente. Knapp 1000 Jugendliche im Alter von 13 bis 16 Jahren nehmen seit dem 9. Juli und noch bis zum 1. September an einer der 18 einwöchigen Fußball-Ferienfreizeiten in den Sportschulen der DFB-Landesverbände in Hennef, Leipzig, Edenkoben, Grünberg, Schöneck (Karlsruhe) oder Malente teil. Das Programm ist vor allem für Fußballerinnen und Fußballer von Amateurvereinen gedacht, die sich durch herausragende Jugendarbeit auszeichnen. Diesmal sind Teilnehmende von 75 Klubs aus ganz Deutschland dabei, darunter auch Sportlerinnen und Sportler von Makkabi Deutschland.

Uwe Seeler lässt in einer Gruppe Jugendlicher Selfies machen

Vor der Heimfahrt nach Norderstedt machte Uwe Seeler noch sehr viele Selfies mit den Teilnehmenden.

Uwe Seeler berichtete den jungen Fußballern vom Fußball seiner Zeit, von fast 20 Jahren beim Hamburger SV, von seinen Toren, einmal mit dem Hinterkopf gegen England, und vom Wembley-Tor, als er unfreiwillig Hauptperson eines der berühmtesten Sportfotos der Welt wurde. Hinfallen und Aufstehen, alles gehöre dazu. Entscheidend aber, so Seeler zu den jungen Talenten, sei etwas anderes: „Harte Arbeit“.

Nach fast zwei Stunden und sehr vielen Selfies begab er sich mit seinem ständigen Begleiter Eddy Münch wieder auf die Heimfahrt nach Norderstedt, wo er am Freitag bestimmt am Fernseher verfolgt, wie sein HSV gegen den FC Schalke 04 in die neue Saison startet.