Blindenfussball-Bundesliga ab 2022 auf Roncalliplatz in Köln
18. Oktober 2021 Zurück zur Artikelübersicht »

Frank Sinatra, David Guetta, REM und natürlich BAP traten hier schon auf. Für die kommenden drei Jahre ist nun die DFB-Stiftung Sepp Herberger auf dem Roncalliplatz zu Gast. Von 2022 bis 2024 soll mit dem Kölner Dom als Kulisse jeden Sommer ein Fußball-Inklusionsspieltag ausgetragen werden. Die besten Blinden- und Amputierten-Fußballer des Landes werden also auf einem der meistfrequentierten Plätze Deutschlands ihre Ligaspiele bestreiten. Und damit sicher viele Passanten begeistern.

„Seit zehn Jahren veranstalten wir die Spieltage der Blindenfußball-Bundesliga mitten in der Gesellschaft. Zurecht wie ich meine, denn dieser Fußball ist spektakulär und inspirierend. Ab 2022 erweitern wir unser Angebot auf drei Tage, um die große Breite des Handicap-Fußballs öffentlich zu präsentieren“, sagte Stiftungsgeschäftsführer Tobias Wrzesinski bei seinem Ausblick im Rahmen der Kuratoriumssitzung am Donnerstag. Eröffnet hatten die 63. Sitzung von Kuratorium und Vorstand DFB-Vizepräsident Dirk Janotta und der Kuratoriumsvorsitzende Hermann Korfmacher. Im Anschluss tagten in der DFB-Zentrale in Frankfurt Kuratorium und Vorstand der DFB-Stiftung Egidius Braun.

Fortführung der Liga bis 2024 beschlossen

Roncalliplatz

Kuratoriumssitzung der DFB-Stiftung Sepp Herberger: Gruppenfoto der Teilnehmenden.

Fest steht jetzt: die 14. Saison der Blindenfußball-Bundesliga, die in knapp zwei Wochen auf dem Bonner Münsterplatz endet, wird nicht die letzte sein. Auch dank der Unterstützung durch die Deutsche Telekom, Volkswagen und SAP konnte der Vorstand der Sepp-Herberger-Stiftung eine Fortführung der Liga bis 2024 beschließen. Zukünftig wird man auch die deutsche Nationalmannschaft im Blindenfußball unterstützen. Stolz ist man auf das Turnier „Hilfe nach der Flut“ der DFB All-Stars, der Lotto-Elf Rheinland-Pfalz und der Bürgermeister-Nationalmannschaft. Durch die Zuschauer im August im Trierer Moselstadion und vor dem Fernseher – Sport1 übertrug live – so wie durch viele weitere Spenden kam eine Gesamtsumme von mehr als 800.000 Euro zusammen.  Das Geld kommt insbesondere geschädigten Amateurklubs in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen zugute. Im nächsten Jahr feiert die Stiftung den 125. Geburtstag von Namensgeber Sepp Herberger, den die Post mit einer Sondermarke begleitet.

Otte Rehhagel, gerade von der Premiere des Kinofilms „King Otto“ aus Athen zurückgekehrt – Deutschland-Premiere ist am 10. November in Essen – nahm genauso wie etwa die Landesverbandspräsidenten Ronny Zimmermann (Badischer Fußballverband) und Bernd Schultz(Berliner Fußball-Verband) sowie Musikproduzent Michael Herberger und DOSB-Vorstandschefin Veronika Rücker an der Kuratoriumssitzung teil, während SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil aufgrund der Sondierungsgespräche in Berlin absagen musste.

2,3 Millionen Euro an engagierte Organisationen

Beim Kuratoriumstreffen der DFB-Stiftung Egidius Braun, das ebenfalls am Donnerstag als Hybridveranstaltung stattfand, also in Präsenz und als Videokonferenz, bedankte sich Staatsministerin Annette Widmann-Mauz (CDU) für die Zusammenarbeit im Rahmen der Initiative „2:0 für ein Willkommen“. Über sechs Jahre hatte die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration die Stiftungsinitiative kofinanziert. 3773 Anträge aus der Fußballvereins- und -verbandslandschaft wurden bis heute bewilligt. Mehr als 2,3 Millionen Euro wurden bisher an die engagierten Organisationen weitergegeben. Mit dem Jahreswechsel endet das Programm, das auch ein Leadership-Programm für Menschen mit Fluchterfahrung umfasst. Im kommenden Jahr wird die Stiftung sich vor allem für Flüchtlinge aus Afghanistan engagieren.

Fortsetzen wird die DFB-Stiftung Egidius Braun in den Jahren 2022 bis einschließlich 2024 ihr karitatives Wirken in Albanien, Rumänien, Mexiko und der Ukraine. Zusammen mit dem Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ werden insgesamt 15 Bildungsprojekte für Kinder und Jugendliche gefördert. Hinzu kommt ein Pilotprojekt zur Einrichtung von Fußball-AGs an Berufsschulen in Mexico-City, das die Stiftung im Jahr 2022 mit der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) realisieren wird. Weitergeführt wird das älteste Projekt unter dem Dach der Stiftung – die jährlich im Sommer stattfindenden Fußball-Ferien-Freizeiten. 75 Klubs mit Mannschaften von jeweils zwölf Jungen und/oder Mädchen sowie zwei Betreuer*innen werden eingeladen. Hierfür stehen 800.000 Euro bereit. Neben den Fußballtrainings soll die eingeschlagene Entwicklung fortgesetzt werden, Kurse zur politischen Bildung sowie Informationstermine über gesunde Ernährung und den Umweltschutz anzubieten. Ebenfalls fortgesetzt werden die Zusammenarbeit mit der ukrainischen Klitschko Foundation sowie das Programm der Egidius-Braun Akademie. Ihr Wirken im Bereich der Ehrenamtsförderung wird die Stiftung um einen Kreativfonds „Ehrenamt 2.0“ erweitern.

Insgesamt wenden die beiden DFB-Stiftungen mit den von den Kuratorien einstimmig beschlossenen Haushaltsplänen mehr als 3 Millionen Euro für die Projekte und Angebote im Jahr 2022 auf. Fußball war, ist und bleibt eben mehr als ein 1:0.