Fußball-Ferien-Freizeiten: „Wir haben hier einfach eine coole Zeit“
15. August 2022 Zurück zur Artikelübersicht »

Louis Britz (13) und Maxime Hauck (14) sind zwei von rund 1.000 Kindern und Jugendlichen, die auf Einladung der DFB-Stiftung Egidius Braun gemeinsam mit ihren Vereinsbetreuerinnen und -betreuern in den Sommerferien an einer der 18 Fußball-Ferien-Freizeiten teilnehmen. Redakteur Sven Winterschladen hat mit ihnen darüber gesprochen, wie sie  die einwöchige Veranstaltung in der Sportschule Hennef erleben.

Gruppenfoto mit den Interviewpartnern

Die beiden Interviewpartner mit FIFA-Schiedsrichter Sascha Stegemann und Christian Gittelmann, Projektleiter DFB-Stiftung Egidius Braun.

Maxime und Louis haben gute Laune. Denn sie haben einen weiteren spannenden Tag an der Sportschule Hennef hinter sich, der nun langsam ausklingt. Vormittags hatten sie gemeinsam mit ihren Mitspielerinnen und Mitspielern eine interessante Diskussionsrunde mit FIFA-Schiedsrichter Sascha Stegemann, der zwei Tage zuvor noch die Bundesliga-Partie zwischen dem VfL Wolfsburg und dem SV Werder Bremen (2:2) geleitet hatte. Sie hatten die Gelegenheit, mit dem 38-Jährigen über dessen Karriere und Erfahrungen im Profifußball zu sprechen. Vor allem aber ging es um Werte. „Die Jungs und Mädchen haben zunächst versucht, die Werte zu ermitteln, die für sie persönlich am wichtigsten sind. Danach gab es eine kleine Fragerunde. Die Zeit ist verflogen. Ich denke, dass es für alle Beteiligten ein sehr spannender Austausch war“, bilanzierte Stegemann hinterher.

Danach haben Maxime und Louis zusammen mit ihren Mannschaftskolleginnen und –kollegen viel Zeit auf dem Fußballplatz verbracht – und das macht allen trotz der Hitze an diesem Tag sowieso am meisten Spaß. Denn Maxime und Louis und die 70 anderen Kinder und Jugendlichen aus den Vereinen FC Prüm, FSV Trier-Tarforst (beide Fußballverband Rheinland), von den Südwestgirls, dem TuS Wattweiler (beide aus dem Südwestdeutschen Fußballverband) und dem VfB Luisenthal (Saarländischer Fußballverband) sind gerade Teil einer einwöchigen Fußball-Ferien-Freizeit, die durch die DFB-Stiftung Egidius Braun ausgerichtet wird. Maxime (14) ist mit den Südwestgirls hier, Louis (13) mit dem FC Prüm.

Spannendes Rahmenprogramm während der Woche

„Wir haben hier einfach eine coole Zeit, können auf den Bolzplatz gehen oder mit unseren Freunden abhängen“, sagt Louis. „Gleichzeitig gibt es ein Rahmenprogramm, das wirklich interessant ist. Ich möchte eine Ausbildung zum Schiedsrichter machen. Da war es spannend, Sascha Stegemann persönlich kennen zu lernen.“ Und Maxime ergänzt: „Es ist hier viel besser als auf einer Klassenfahrt, weil es entspannter ist. Und trotzdem lernen wir einiges, weil sich nicht alles nur um den Fußball dreht.“

Bei den Fußball-Ferien-Freizeiten geht es sehr stark darum, den 13- bis 15-jährigen Kindern und Jugendlichen neue Perspektiven zu eröffnen. Das Programm ist so ausgerichtet, dass es viel mehr als ein Fußball-Trainingslager ist. Fester Bestandteil sind beispielsweise Wertedialoge, in denen die Teilnehmenden mit prominenten Persönlichkeiten diskutieren. Auch Workshops zu den Themen Suchtprävention und Umweltschutz werden umgesetzt. Der Fußball soll die Brücke sein, um den Nachwuchs auch für solche Themen zu sensibilisieren.

Wasserball, Fußball-Golf und Ausflug in den Kletterwald

Gruppenfoto mit den Teilnehmern

Die gesamte Gruppe der dritten Fußball-Ferien-Freizeit in der Sportschule Hennef. (Fotografie @Carsten Kobow)

Jonathan Weißer ist Leiter der Fußball-Ferien-Freizeit in Hennef. Der 24-Jährige sagt: „Es ist immer wieder spannend zu sehen,wie die Jugendlichen mit diesen fußballfernen Inhalten umgehen. Nach einer kurzen Phase der Skepsis lassen sie sich meist voll darauf ein und machen sehr engagiert mit. Am Ende bleibt bei den meisten immer etwas hängen, das ihnen langfristig helfen kann. Aber es ist dennoch natürlich so, dass die sportlichen Aktivitäten meistens am besten ankommen.“ In Hennef beispielsweise können sich die Teilnehmenden im Kletterwald austoben, Wasserball, Fußball-Golf oder Roundnet spielen.

Maxime jedenfalls ist begeistert: „Es ist toll, viel Zeit mit meinen Mitspielerinnen verbringen zu können. Über die verschiedenen Aktivitäten lernen wir uns noch besser kennen. Ich würde jederzeit wieder an einer Fußball-Ferien-Freizeit teilnehmen.“ Und Louis ergänzt: „Dadurch, dass hier insgesamt fünf verschiedene Vereine an der Fußball-Ferien-Freizeit teilnehmen, hat man die Möglichkeit, neue Freundschaften zu schließen. Wenn wir etwas Zeit haben, treffen wir uns beispielsweise auf dem Bolzplatz und kicken dort gemeinsam. Wer aus welchem Verein kommt, spielt dabei keine Rolle. Das macht einfach nur riesigen Spaß.“

1.000 Teilnehmende in 18 einwöchigen Freizeiten

Während der Sommerferien finden insgesamt 18 einwöchigen Fußball-Ferien-Freizeiten in den Sportschulen Hennef, Bad Blankenburg, Edenkoben, Grünberg, Malente und Schöneck (Karlsruhe) statt. Sie sind für die eingeladenen Fußballvereine kostenfrei und ein Dankeschön für das ehrenamtliche Engagement in den Klubs. Die Stiftung übernimmt die Kosten für An- und Abreise, die Unterbringung, die Verpflegung und das abwechslungsreiche Programm. Dabei steht nicht nur das Thema „Fußball“ auf dem Programm. Besuche in Kletterparks, den Stadien und Nachwuchsleistungszentren einzelner Bundesligisten sind ebenso im Fokus wie Teambuilding-Angebote und Informationen zu ehrenamtlichen Tätigkeiten in Fußballvereinen und -verbänden. Die diesjährigen Freizeiten dauern noch bis zum 1. September 2022 an. Das Freizeitjahr 2023 startet dann im Juli des kommenden Jahres.