Engagement für Flüchtlinge

 Banner der Flüchtlingsinitiative 2:0 für ein Willkommen

Nach sechseinhalb Jahren endeten die Flüchtlingsinitiativen „1:0“ und „2:0 für ein Willkommen“ zum 31. Dezember 2021. Seit der ersten Bewilligung am 19. März 2015 konnte die DFB-Stiftung Egidius Braun zusammen mit der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration sowie der Fußball-Nationalmannschaft der Männer 3.773 Förderanfragen positiv bescheiden und dafür mehr als 2,36 Millionen Euro an die Fußballbasis in ganz Deutschland auszahlen.

Im März 2015 stellten Aydan Özoğuz und Wolfgang Niersbach, damals als Präsident an der Spitze des DFB, die Initiative für Menschen mit Fluchterfahrung im Bundeskanzleramt vor. Die Grundidee: Immer mehr Menschen flüchten nach Deutschland. Wer dauerhaft bleiben darf, entscheidet die Politik. Der Fußball kann helfen, geflüchteten Menschen das Ankommen zu erleichtern.

Für die Jahre 2015 und 2016 waren ursprünglich 1.200 Förderungen für Fußballvereine budgetiert. An die engagierten Klubs sollte eine Anerkennungsprämie à 500 Euro ausgezahlt werden. Doch schon Ende 2015 waren es 3.000 Klubs. Die Partner bewilligten daher zusätzliche Mittel.

Großer Erfolg der Initiative und Neuausrichtung ab dem Frühjahr 2017

Die Initiative war deutlich erfolgreicher, als es die meisten zu Beginn vermutet hatten. Fußballvereine erlebten, dass Menschen aus der nahegelegenen Flüchtlingsunterkunft wortlos am Platz standen und einfach beim Spiel oder Training zuschauten. Sie wollten Fußball spielen. Um nicht mehr, aber auch um nicht weniger ging es anfangs.

Nachhaltig erfolgreich blieb die Initiative auch aufgrund des Paradigmenwechsels im Frühjahr 2017. Eine Neuausrichtung, die sich auch im neuen Namen ausdrückte: „2:0 für ein Willkommen“. Anstatt Fußballvereine an der Basis dabei zu unterstützen, für Flüchtlinge Fußballangebote zu schaffen, passte man die Initiative den veränderten Bedürfnissen an und förderte nun in individueller Höhe jenes Engagement der Fußballvereine und -verbände, das geflüchteten Menschen den Zugang zu Bildungs- und Berufsangeboten eröffnete.

Mehr als 60.000 Geflüchtete spielten zwischenzeitlich im Wettbewerb Fußball. Zuletzt lag der Fokus der Initiative auf der Förderung von Qualifizierungsangeboten für Menschen mit Fluchterfahrung, um auf diese Weise die geflüchteten Menschen dazu zu befähigen, eine gestaltende Rolle im Fußballverein oder in der Struktur des jeweiligen DFB-Landesverbandes einzunehmen.

Qualifizierung vertieft Integration

Die Fokussierung auf Qualifizierungsangebote zeigte sich auch im Leadership-Programm für Menschen mit Fluchterfahrung, das gemeinsam mit der Führungs-Akademie des DOSB realisiert wurde. Insgesamt 40 Tandems aus erfahrenen Ehrenamtlichen und neuen Engagierten wurden mit dem Ziel ausgebildet, Menschen mit Fluchterfahrung für Führungsaufgaben im Fußballklub oder in der Verbandsstruktur vorzubereiten.

Die DFB-Stiftung Egidius Braun bedankt sich bei allen Partnern, den Fußballvereinen und -verbänden sowie all den auf bemerkenswerte Weise engagierten Menschen, die die Projekte erdacht und umgesetzt haben. Wir sind stolz, dass wir beim Helfen helfen durften.